Taille-zu-Größen-Verhältnis (WHtR) bestimmen

Das Verhältnis von Taillenumfang zur Körpergröße wird als Waist-to-HeighRatio (WHtR) bezeichnet. Diese Kennzahl gilt als guter Indikator, um das gesundheitliche Risiko aufgrund von Übergewicht zu beurteilen.

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WHtR berechnen

Messung des Taillenumfangs

Der Taillenumfang ist nichts anderes als der Bauchumfang. Dieser wird knapp oberhalb des Bauchnabels an der "dicksten" Stelle des Bauches gemessen.

Folgende Punkte sollten bei Messung des Bauchumfangs beachtet werden:

  • Die Messung morgens nüchtern vornehmen.
  • Am besten führt man die Messung mit freiem Oberkörper vor dem Spiegel stehend vor.
  • Dabei sollte man die Bauchmuskeln entspannen und leicht ausatmen.
  • Das Maßband wird auf der Höhe des Bauchnabels bzw. an der dicksten Stelle gehalten und um den Bauch herumgelegt.

Ein Schneider Maßband ist sehr gut geeignet, um den Taillenumfang zu ermitteln.

Auch zum Nachmessen der Körpergröße kann das Band verwendet werden. Dazu stellt man sich mit waagrechtem Kopf an eine Wand und markiert die höchste Körperstelle. Anschließend misst man die Länge mit dem Maßband aus.

WHtR Klassifikation 

Der WHtR Wert gilt als Maß für die Körperfettverteilung. Insbesondere erlaubt er eine bessere Beurteilung, inwieweit Übergewicht zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen kann, als der seit Jahrzehnten etablierte BMI-Wert.

Je höher der WHtR-Wert ist, desto größer ist das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung aufgrund von Übergewicht. Der WHtR-Wert ist sowohl vom Geschlecht als auch vom Alter abhängig, wie man anhand der nachfolgenden Tabelle [1] leicht erkennt.

Klassifikation

Kinder (bis 15 Jahre)

Frau

Mann

Extrem dünn

bis zu 0,34

bis zu 0,34

bis zu 0,34

Dünn

0,35 bis 0,45

0,35 bis 0,41

0,35 bis 0,42

Gesund

0,46 bis 0,51

0,42 bis 0,48

0,43 bis 0,52

Übergewichtig

0,52 bis 0,63

0,49 bis 0,53

0,53 bis 0,57

Stark übergewichtig

ab 0,64

0,54 bis 0,57

0,58 bis 0,62

Je nach Literaturquelle können die Klassifikationswerte schwanken, da nicht jede Studie auf nicht exakt das gleiche Ergebnis kommt.

Generell gilt ein Wert von 0,5 und größer als gesundheitskritisch für Menschen unter 40 Jahren. Für Menschen zwischen 40 und 50 Jahren wird der kritische Wert zwischen 0,5 und 0,6 angegeben. Bei den über 60 Jährigen sind Wert ab 0,6 als kritisch für die Gesundheit anzusehen.

Vergleich mit dem reinen Bauchumfang

Man kann bereits aufgrund des Bauchumfangs erste Rückschlüsse auf das Gesundheitsrisiko ziehen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat dazu folgende Werte veröffentlicht:

  • Risikofaktor: Bauchumfang größer 80 cm (Frauen), 94 cm (Männer)
  • Deutlicher erhöhtes Risiko: Bauchumfang größer 88 cm (Frauen), 102 cm (Männer)

Das Bauchumfangskriterium berücksichtigt nicht die Körpergröße. Es gilt sowohl für eine Person, die einen 1,50 groß ist oder die 2 Meter tangiert.

In die WHtR Kennzahl geht aber auch die Körpergröße ein. Die Unterschiede werden nachfolgend an einem Zahlenbeispiel verdeutlicht.

Für einen Mann, der einen Bauchumfang von 95 cm hat, besteht nach dem Kriterium ein gesundheitliches Risiko. Berücksichtigt man die Körpergröße nach WHtR ergibt sich aber folgendes Bild:

  • Körpergröße 1,60 Meter: WHtR = 0,61
  • Körpergröße 1,80 Meter: WHtR = 0,54
  • Körpergröße 2 Meter: WHtR = 0,49

Der kleine Mann mit 1,6 Meter liegt nach obiger WHtR-Klassifikation im stark übergewichtigen Bereich. Der Durchschnittsmann mit 1,8 Meter weist noch Übergewicht auf. Der 2 Meter große Mann hingegen liegt gerade noch im gesunden Werte-Bereich.

Der WHtR erlaubt also im Vergleich zur reinen Bauchumfangsmessung eine bessere Einschätzung des Gesundheitsrisikos.

Weshalb ist der WHtR besser als der BMI?

Man hat anhand diverser langjährigen Studien festgestellt, dass der Taillenumfang das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflusst. Und zwar ist die Verteilung des Körperfetts wesentlicher für das Herz-Kreislauf-Risiko als generell ein hoher BMI-Wert.  Anders ausgedrückt: Eine Person mit einem hochen Bauchfettanteil, aber mit einem normalem BMI-Wert, ist gefährdeter als eine Person mit hohem BMI-Wert, aber mit einem geringen Bauchfettanteil.

Die Schwäche des BMI-Wert ist, dass er nicht berücksichtigt, wo das Körperfett sitzt. Der WHtR hingegen gibt Auskunft, wo das Körperfett sitzt: eher am Bauch oder mehr in den Beinen. Deshalb ist der WHtR-Wert aussagekräftiger im Hinblick auf Herz- und Kreislauferkrankungen als der etablierte BMI-Wert.

Quellen und weiterführende Links

[1] Wikipedia Waist-to-height ratio: https://en.wikipedia.org/wiki/Waist-to-height_ratio

Rocco